Dorfschulmuseum Ködnitz

Dorfschulmuseum Ködnitz

Geschichte

Bevor dieses Schulhaus in den Jahren 1860/61 erbaut wurde, diente ein einstöckiges, kleines Gebäude genau gegenüber im Anwesen Flügel als Schule. Von diesem wird In einer Chronik des Lehrers Heinrich Popp 1860 berichtet: "Das alte Schulhaus befand sich wirklich fast durchgängig in einem skandalösen Zustande und wäre wenigstens eine durchgreifende Reparatur längstens nötig gewesen”. Es sei klein, muffig, finster und durchgefault gewesen, sodass die Baufälligkeit ein neues, nun zweigeschossiges Schulhaus erforderlich machte.

Am 23. April 1860 begannen die Erdarbeiten, am 16. Mai wurde der Grundstein gelegt, am 28. Juli erfolgte die Rohbauaufrichtung und am 25. April 1861 fand die Einweihung der neuen Schule zu Ködnitz ab 13.00 Uhr statt. Unter Anleitung des Lehrers Popp pflanzten die Kinder eine Linde vor dem Hause unweit des Brunnens.Den Bericht über den "erhebenden" Einweihungsakt, den Distriktschulinspektor Börger vorgenommen hatte, schliesst Lehrer Popp mit der Bemerkung ab: "Möge der Herr, dessen Gnadenhand während des Baues so schützend einige naheliegende Unglücksfälle abwendete, auch ferner gnädig seine Fittiche über das Gebäude und seine Einwohner ausbreiten."

Wie heute noch ersichtlich und genutzt, befindet sich im Erdgeschoss die Lehrerwohnung, im Obergeschoss der Schulsaal mit dem Lehrmittelzimmer.1936 wurde das Dachgeschoss ausgebaut, zunächst als zusätzlicher Wohnraum für die kinderreichen Lehrerfamilien, nach dem Krieg als Notunterkünfte für Flüchtlinge, danach jedoch als Handarbeits-, Hauswirtschafts- und Gruppenunterrichtsräume genutzt. Ein reges, vitales Schulleben für die Dorfkinder, aber auch für die Dorfgemeinschaft von Ködnitz kennzeichnete nun die folgenden Epochen des ausgehenden 19. Jahrhunderts und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Wiesenfeste mit "prächtigem Arrangement", Eisenbahnausflüge von Trebgast aus, Kaisergeburtstage, Schulwanderungen, Jubiläen des Hauses Wittelsbach (mit "Knackwurst und Laiblein" für jedes Schulkind), Geburtstage des Prinzregenten Luitpold von Bayern etc. bildeten Höhepunkte im Jahreslauf der Schule.Zwischen 1905 - 1910 stieg die Schülerzahl auf 120 -130 im Schulsprengel von Ködnitz, zu dem die Ortschaften auf dem Rangen, sowie Ebersbach gehörten. 

Auf königlichen Befehl wurde deshalb in Heinersreuth auf dem Rangen ein zweites Schulhaus erbaut, das am 7. Oktober 1911 eingeweiht wurde.Die Wirrnisse der Zeiten des I. und II. Weltkrieges überlebten Schule und Dorf mit den ihnen eigenen schicksalhaften Einschnitten.Doch das Schulleben versiegte nicht. Die Schülerzahlen stiegen auf 65 Kinder im Schuljahr 1960/61 und machten einen Schichtunterricht für die Klassen 1 - 4 und 5 - 8 notwendig. Zwei Lehrkräfte teilten sich nun die Arbeit: eine Dame für die  "Unterstufe", ein männlicher Kollege für die Oberstufe".1961 beging man feierlich den 100. Geburtstag des Schulhauses zu Ködnitz. Erste Anzeichen einer Wende im gesamten Landschulbereich kann man im Pressebericht erkennen, der die Ködnitzer Schule als "Ehrwürdigen Jubilar mit Altersschwächen" charakterisiert.

Nachdem sich die 1965 bereits genehmigten Pläne für eine "Verbandsschule" in der Gemeinde Ködnitz zerschlugen, trat das für alle Einklassigen Landschulen in Bayern erwartete Schicksal am 10. September 1969 ein: Die Dorfschulen wurden auf ministerielle Anordnung aufgelöst und die Schulkinder in Zentralschulen, Mittelpunktschulen oder Verbandsschulen verteilt. Das Ende der Dorfschule Ködnitz war gekommen. Noch einmal brachten Schulkinder Leben ins alte Schulhaus, als dieses von 1975 -1981 vorübergehend reaktiviert wurde, um wegen der hohen Schülerzahlen Unterklassen aus der Schule Kulmbach/Blaich aufzunehmen. 

Danach stellte sich dem Gemeinderat Ködnitz die Frage, was mit dem nun leeren Schulhaus zukünftig geschehen solle. Der Gedanke eines Schulmuseums wurde im Juli 1985 zum ersten Mal aufgeworfen.Nach zähen, zeitraubenden Verhandlungen wurde im Jahr 1989 ein "Verein Dorfschulmuseum Ködnitz e.V." gegründet, der sich der Errichtung eines Museums widmete. 

Im Mai 1992 begannen die Renovierungs- und Restaurierungsmaßnahmen, die im Februar 1993 im wesentlichen fertiggestellt waren. Die Inneneinrichtung nach dem Vorbild der Zeit um 1930 – 1960 wurde durch Leihgaben, Dauergaben und Schenkungen Kulmbacher Schulen, die den wesentlichen Fundus der gemeindlichen Dorfschulen nach der Auflösung 1969 übernommen hatten.

Mehr Details unter: www.dorfschulmuseum.de